ASAM ODS basiertes Messdaten-Management

Test data management
  • TaskStabilisierung und Reengineering einer bestehenden PLM Applikation, Verbesserung der User Experience.

Hersteller von technischen Produkten haben mit der Einführung moderner Test-, Mess- und Simulationsmethoden auf die stetig wachsenden Qualitätsanforderungen sowie strengere gesetzliche Vorgaben reagiert. Die rasant ansteigende Menge an Messdaten sowie die Tatsache, dass diese systematisch gespeichert und transparent archiviert werden müssen, stellt Unternehmen jedoch vor eine neue Herausforderung. Die Ablage und Archivierung wird zum Beispiel für Datenanalysen zur Identifikation von Test- bzw. Verhaltensmustern oder im Falle eines Unfalls als Beweis durchgeführter Tests benötigt.

 

Die Automobilindustrie und deren Zulieferer leiden unter der enormen Menge der tagtäglich generierten Test- und Simulationsdaten. In manchen Unternehmensbereichen entstehen mehrere Terabytes pro Woche. Es genügt jedoch nicht, die Messdaten einfach zu speichern und abzulegen. Unter bestimmten Umständen müssen diese bis zu 30 Jahre (und mehr) archiviert werden. Parallel hierzu muss ein permanenter Zugriff auf diese Daten gewährleistet sein, um beispielsweise zu belegen, dass ein Produkt mit grösster Sorgfalt entwickelt wurde.

Um diese Daten herstellerunabhängig zu verwalten, werden diese mit dem ASAM ODS Standard gespeichert. ODS (Open Data Services) definiert das dauerhafte Speichern und Abrufen von Daten unabhängig von einer IT-Infrastruktur. Der Standard dient primär dem Aufbau eines Testdaten-Management-Systems zur Verwaltung der Mess- und Kalkulationsdaten aus darunter liegenden Testumgebungen. Durch die Verwendung des ODS-Standards wird die Verfügbarkeit der Daten für 30 Jahre und mehr garantiert.

Die Ablage über eine dateibasierte Ordnerstruktur stammt aus dem Anfängen der Produkttests. Diese Vorgehensweise wird jedoch noch immer in vielen Unternehmen angewendet – nicht zuletzt deshalb, weil Testabteilungen oftmals in mehrere kleine, autonome Teams unterteilt sind. Hier beginnt die PLCD Erfolgsgeschichte.

 

Stabilisierung einer bestehenden PLM Applikation / Minimierung von Implementierungsaufwand

Mehrere Entwicklungsteams hatten bereits an der Product Lifecycle Management Applikation von Bosch gearbeitet. Zu Beginn der Zusammenarbeit mit Canoo war die bestehende PLCD Applikation durch die Verwendung von abgekündigten Technologien wie zum Beispiel JSF 1 veraltet. Zudem musste Bosch für jedes neue Release und Funktion einen enormen manuellen Aufwand leisten.

Ein Ziel des Projekts war es, die bestehende Applikation unter Verwendung von state-of-the-art Technologien zu erneuern und die User Experience zu verbessern. Bevor jedoch überhaupt an ein Redesign oder Erweiterung der Anwendung gedacht werden konnte, haben die Softwareingenieure von Canoo eine Build Chain inklusive Build Scripts und kontinuierlicher Integration installiert. Dadurch wurde die Komplexität beim Ausrollen neuer Releases und Funktionen drastisch reduziert und die Benutzerakzeptanz gesteigert. Mittlerweile benötigt Bosch für diesen Vorgang nur noch wenige Minuten. Der hohe Automationsgrad führt zudem zu einer häufigeren Bereitstellung neuer Funktionen.

 

Web-basierte Applikation mit verbesserter User Experience

Nachdem das Build stabilisiert wurde begann das eigentliche Reengineering. Canoo ist der Entwicklungspartner für die PLCD Web-Applikation und trägt die Verantwortung für den Datenzugriff auf den Avalon-Server inklusive der Cache-Infrastruktur für Queries. Ebenfalls das UI-/UX-Design wird federführend von erfahrenen Canoo-Experten geleitet.

Das Hauptziel des Projekts war die Stabilisierung und Verbesserung der bestehenden Applikation. Hierfür war es äusserst wichtig, das Vertrauen der Benutzer zurückzugewinnen. Der enorme Erfahrungsschatz von Canoo von DevOps bis hin zu UX Design war neben der perfekten Interaktion aller involvierten Parteien ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Heute bietet PLCD einen zuverlässigen Zugriff auf einen zentralen Datenspeicher mit der Möglichkeit der Datenverwaltung via Meta-Daten sowie der Analyse von Messdaten durch Ingenieure und Prüfstandmitarbeiter. Zudem ermöglicht die Applikation die Beschreibung von Prüflingen sowie die Planung und Durchführung von Testläufen, wodurch der gesamte Workflow – von der Beauftragung bis zur Ausführung – dargestellt und unterstützt wird. Die Anwender erhalten nun die für ihre Arbeit notwendige Unterstützung und profitieren von enormen Zeiteinsparungen.

 

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